HELDEN! ODER WARUM ICH EINEN GRÜNEN UMHANG TRAGE UND GEGEN DIE BESCHISSENHEIT DER WELT ANKÄMPFE.

Stückauftrag vom Nationaltheater Weimar für die Spielzeit 2014/15.

Es ist die Fortsetzung von "Deine Helden - Meine Träume".

 

Theaterstück für 3 Schauspieler und eine Windmaschine

 

Uraufführung: Oktober 2014

Regie: Sebastian Martin

 

Text der Autorin im Spielzeitheft des DNT Weimar




Textausschnitt:

"...

JESSICA:

Das war nämlich so. Seit dem Überfall auf ihn da, hat der da, jede Nacht immer wieder geträumt, wie die Nazis ihn da zusammenschlagen.


JONAS:

Voll heftig. Und dann träumte ich es anders: Dass wir drei so Superkräfte haben und die Nazis fertig machen. Ich laufe auf sie zu, und ich kann mit meinem Händen so Energiewellen schleudern. Und ich mache so eine Schutzblase um uns herum. Daran prallen die Nazis ab mit ihren Baseballschlägern. Und dann kommen aus Mos Händen auf einmal Kugelblitze und er schleudert sie Heiko und seinen Kumpels entgegen und die versuchen es dann von der anderen Seite, aber da kommt Jessica und sie ist ultraschnell und hat so Gummiarme und ist megastark und gemeinsam kriegen wir es hin, dass diese Scheißkerle sich verpissen.  Bin dann aufgewacht und wusste: Dieser Traum, dieser Superheldentraum, versteht ihr, das war ein Zeichen. Und deswegen bin ich wiedergekommen. Hierher. Um mich zu entschuldigen. Um Zeichen zu setzen. Versteht ihr?


MO:

Da steht dann also echt dieser Spacken mit Superheldenmaske vor mir, hab ihn erst gar nicht erkannt. Und er dann so:


JONAS:

Scheiße, Mann, Mo. Tut mir leid.


MO:

Und ich dachte so: Fünf Jahre hab ich nix von ihm gehört und jetzt steht dieser Penner als Superheld verkleidet vor meiner Tür und sagt: Scheiße, Mann, Mo. Tut mir leid.


JONAS:

Und Mo glotzt mich an, und sagt gar nix, und ich dann: Wofür lohnt es sich zu kämpfen, Mo.


MO:

Wofür es sich zu kämpfen lohnt? Das fragt mich der Penner wirklich?


JONAS:

Für die Freundschaft.


MO:

Gerechtigkeit! Mann.


JONAS:

Was ist denn bitte Gerechtigkeit? Häh? Willste mir eine reinhaun? Mich ins Koma prügeln? Ist das Gerechtigkeit? Auge um Auge? Ja? Na los. Dann mach. Is okay. Schlag zu. Dann haste deine „Gerechtigkeit“.


MO:

Und ich dann so: Das ist doch keine Gerechtigkeit, du Penner. Dein Gewissen prügel ich dir nicht sauber. Los komm rein. Mir is kalt.


JONAS:

Und dann haben wir Biere gekippt und geredet. Knack und zack. ..."